Die Küste

Die Küste der Marken erstreckt sich über 180 km ausgehend vom Kap bei Gabicce bis zur Flussmündung des Tronto und bietet, wunderschöne Strände, 26 Orte, die auf das Adriatische Meer schauen, wo man ruhige Ferien verbringen kann, den Seehafen von Ancona und 9 touristische Häfen. Durch den Vorberg "Monte Conero", der hoch bis ins Meer hineinragt, wird die Küste der Marken in zwei Teile geteilt. Die abwechslungsreiche Küstenformation hat ihre Gestalt mit den Vorbergen, Buchten und kleine Meereseinbuchtungen durch die vielen aus dem Hinterland kommenden Flüssen und Flüsschen erhalten.
Allein die nördliche Küste - bekannt auch als "Hügel-Riviera"- mit ihrem eindrucksvollen Aussehen hat von der Mündung eines kleinen Flüsschens bei Gabicce bis zur Cesano-Mündung, Nahe der gleichnamigen Stadt nördlich von Ancona, ca. 40 km Strände.

Gabbicce bis Marotta, alle sind breit und mit sanftem Abhang zum Meer, meist weich und sandig, ohne Gefahren, auch für die, die wenig Erfahrung im Schwimmen haben und für Kinder. Nördlich befindet sich Gabicce Mare, ein Badeort auf zwei Ebenen: unten, an einer kleinen Meeresbucht gelegen, mit einem breiten sandigen Küstenstreifen, zwischen vielen Hotels und Gärten, für die sonnigen Stunden; oben Gabicce Monte, auf einer Aussichtsklippe, reich an Vegetation, für die Abend- und Nachtstunden, mit seinen zahlreichen typischen Restaurants, Pizzerien und Night Clubs. Pesaro, die anmutige Stadt, die von den bezaubernden Melodien vom großen Gioacchino Rossini erklingt, bietet 8 km breiten und sandigen Strand - zum Teil freies Meer, zum Teil von Steinklippen geschützt - und auch ein ruhiges Strandleben. Zwischen Gabicce Mare und Pesaro windet , ca. 20 km , eine beeindruckende Aussichtsstraße, direkt neben dem Abgrund auf die blaue Adria, die pitoreske Fischerdörfer durchfährt oder streift: Casteldimezzo, Fiorenzuola di Focara, Santa Marina Alta. Die ganze Gegend ist ein Teil vom Regionalpark Monte San Bartolo, im Jahr 1996 gegründet, und besitzt Elemente, die denen vom Conero-Berg ähnlich sind, wenn auch die Steinklippen weniger rauh und herb erscheinen, halten sie aber Züge einer wilden Landschaft. Besonders beeindruckend ist die Ginsterblüte, die unübertreffbare Düfte und Farbenspiele schenkt, neben der blau-grünen Farbe des kristallklaren Wassers der Küste.

Eine andere Aussichtsstraße windet sich auf dem Colle Ardizio, zwischen Pesaro und Fano, wo die Küste erneut langsam flach, grade und sandig wird, von kurzen Kiesflächen unterbrochen. Offen für die herzlichste Familienatmosphäre sind die zwei Badestrände von Fano: der Lido nördlich, kurz und sandig, und der Sassonia im Süden, lang und kiesig, mit den pittoresken Fischerhafen in der Mitte. Fanum Fortunae hat einen sehr alten Ursprung, und erhält sichtbare und bestimmbare Zeichen ihrer Geschichte. Es gibt zahlreiche Kultur- und Kunst Veranstaltungen, die Stadt für ihre Gäste bereitet. Zwischen den Flüssen Metauro und Cesano befinden sich noch zwei gastfreundliche Badeorte: Torrette di Fano und Marotta di Mondolfo, mit dem alten Fischerdorf, typisch für den ungewöhnlichen Strand, zum Teil kiesig. Senigallia, mit seinem 12 km langen, schneeweißen und sehr feinem Strand, ist Meer und Urlaub, aber, mit ihren uralten Ursprüngen (es handelt sich um Sena Gallica, die antike Hauptstadt der Senonengallier), ist sie auch Geschichte. Entlang seiner Alleen spazierten, oder fuhren in ihren Kutschen, schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts, die römischen und die Habsburger Adeligen. Die Stadt hat ihre alten ordentlichen und gastfreundlichen Züge unberührt beibehalten, diese und ihr "Samtstrand" haben sie in ganz Europa berühmt gemacht. In der Nähe, fast eine natürliche Verlängerung ihres sandigen Küstenstreifens, befindet sich die Ortschaft Marzocca. Weiter in Richtung Ancona trifft man einige typische Badeorte. Wenige Kilometer von Montemarciano (sein Ursprung liegt in der antiken Stadt Marziano) entfernt liegt Marina, mit einer schönen Küste und den Resten einer kleinen Burg aus dem 15. Jahrhundert; sofort danach Falconara Marittima, das wegen seiner günstigen Lage (in der Nähe von Ancona) zu einem wichtigen Knotenpunkt im komplexen Straßen-, Bahn- und Luftfahrtsystem geworden ist. Es folgt der schöne Strand von Palombina, modern ausgerüstet und idealer Zielort für den Familienurlaub ist. In Ancona ist ein Aussichtsspaziergang am Passetto empfehlenswert, eine der eindrucksvollsten Gegenden der Stadt, mit einem großen Park und einer doppelten Treppe, damit man das darunter gelegene Meer erreichen kann. Der gleichmäßige Verlauf des Strandes wird plötzlich wieder unterhalb von Ancona unterbrochen, wo der grüne Monte Conero (erster Regionalpark der Region Marche, im Jahr 1987 gegründet), der sich mächtig auf das blaue Adriatische Meer hinauslehnt, ein seltenes und beeindruckendes Schauspiel bietet. Hier beginnt einer der schönsten Küstenstreifen der gesamten Adriaküste: die "Riviera del Conero", mit ihrem Wechsel von geschützten Stränden, schneeweißem Sand und steilen Felswänden, die aus dem Meer ragen, manchmal nur mit dem Boot oder auf kleinen Pfaden erreichbar. Eine Aussichtstraße durchzieht diese ganze Gegend, und sie taucht oft in die Dichte der Pinien-, Steineichen-, Früheichen- und Buchenwälder ein.

Der Edelstein der Küste ist aber die Bucht von Portonovo, ein noch unberührtes Wunder der Natur. Zwischen den vielen Stränden, die den Conero umsäumen, geschützt durch regelrechte Steinmauern, liegt die der "zwei Schwestern" eine der anmutigsten Flecken der Adria: zwei gewaltige Steinfelsen ragen aus dem Meer, das hier ungewöhnlich sanfte Farbtöne annimmt. Die berühmten Ortschaften der anconetanischen Küste befinden sich alle hier, im Umkreis von wenigen Kilometern: Sirolo (1996 ausgezeichnet als "Königin der italienischen Strände", nach einer Untersuchung von der Umweltorganisation "Legambiente"), Numana, Marcelli. Sirolo hat eine malerische Lage, steil über dem Meer. Der Ort war ein befestigtes Schloß und der Wohnort bewahrt noch die mittelalterliche gitterartige Struktur. Hier hat der Regionalpark seinen Sitz, und man muß einen eindrucksvollen Wald durchqueren, um Eintritt zu seinen kleinen und wunderschönen Stränden zu finden. Numana, die antike Stadt "Umana", die über einen gut ausgerüsteten kleinen Hafen verfügt, hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte touristische Entwicklung registriert, auch wegen des immer sauberen Meeres und ihrer wunderschönen Farben; Marcelli ist die modernste Gegend an der Riviera, mit zahlreichen Feriendörfern, Ferienwohnungen und Gästeeinrichtungen. Südlich vom Conero-Berg ist Porto Recanati, das elegante '"Wohnzimmer am Meer", es zeigt, mit einem 8 km langen sandigen Küstenstreifen, der das Wohngebiet vom Meer trennt, seine dominante Position über die Adriaküste. Strand und Pinienwälder verlaufen oft nebeneinander, wie es oft an der marchigianischen Küste geschieht, wo die Hügel immer einen Kontrapunkt zum Meer bilden. So ist es auch in Porto Potenza Picena, südlich von Porto Recanati, wo die Hügel ein mildes und temperiertes Klima fördern. Sofort danach beginnt Civitanova Marche, mit einem langen Strand, geteilt durch den Fischerhafen und den Tourismushafen, der zur Entwicklung des Strandtourismus beigetragen hat.
Während des Sommers finden zahlreiche Kunst- und Sportveranstaltungen statt. Die geographische Lage und die bequemen Straßenverbindungen machen diesen Ort auch zu einem strategischen Knotenpunkt, um Ausflüge im Hinterland zu unternehmen oder um in kurzer Zeit die wichtigsten Orte der Region zu erreichen. Südlich befindet sich Porto Sant'Elpidio, alter Seemannsort, der zu einem beachtlichen Industriezentrum und zu einem gut ausgerüsteten Badeort geworden ist. Hier beginnt auch die "grüne Riviera Picena". Typisch für ihre feinen und gleichmäßigen Sandstrände, umspült von einem klaren Meer und von sanften Hügeln, die von der lebendigen Mittelmeerflora überzogen sind, umkreist, umrahmt sie freundliche Badeortschaften.

Wenige Kilometer entfernt befinden sich Lido di Fermo und Porto San Giorgio, ein großes Industrie- Fischerei- und Badeurlaubszentrum (mit einem Touristikhafen mit über 1000 Bootsplätzen), bestehend aus einem mittelalterlichen Kern und aus einer modernen Wohngegend mit grünen Alleen, üppigen Gärten, und beachtlichen Gästeempfangs- und Tourismusstrukturen. Weiter südlich begegnet man Marina Palmense und Marina di Altidona, die in den letzten Jahren eine große Entwicklung erlebt haben. Während sich auf der Terrassenebene, ursprünglich durch Überschwemmungsablagerungen entstanden, bei der Aso-Mündung, Pedaso ausdehnt, ein landwirtschaftliches und Badeurlaubszentrum, dessen langer Sandstrand zum Teil von der Anwesenheit der Klippe unterbrochen wird. Nach Pedaso nimmt das Klima mehrfach typische Mittelmeerzüge an, und es fördert die Entwicklung einer Südfrucht-Flora und der immergrünen Sträucher. Der erste Ort, dem man begegnet, ist Cupra Marittima, bestehend aus einem länglichen mittelalterlichen Kern auf einem Hügel, der die moderne Wohngegend, die sich nach 1890 gebildet hat, überragt. Von Grottammare bis San Benedetto del Tronto und bis zu Porto d'Ascoli, untere Grenze der Region Marken, findet man große Sandstrände, eingerahmt im faszinierenden Hintergrund der Palmen und der Oleanderbäume, die die sogenannte "Palmenriviera" kennzeichnen, reich an subtropischer und tropischer Mittelmeervegetation, exotische Essenzen und Düfte aus Übersee.

Grottammare besteht aus einen einzigen mittelalterlichen Kern (Monte Castello), mit steilem und pittoreskem Abhang zum Meer, noch von Mauern umgeben, und aus einem modernen Ortsteil, mit Villen, Hotels und Badeeinrichtungen, die zwischen den grünen Gärten und Alleen verstreut liegen.

San Benedetto del Tronto ist der größte Badeort der Picenogegend und auch einer der wichtigsten in Italien, und wird von gepflegten, internationalen Touristen aufgesucht, die von der Schönheit und Breite des Sandstrandes, vom erholsamen Grün der Palmen, der Oleander und Pinienhaine angezogen wird. Als moderner und eleganter Ort, hat San Benedetto del Tronto in seinem Inneren einen alten bewohnten Kern, der einen deutlichen mittelalterlichen Charakter aufweist. Z.B. in den engen und steilen Gassen, die vom Belvedere ausstrahlen, wo sich der Turm "Torre dei Gualtieri" aus dem 14. Jahrhundert erhebt, mit seinem sechseckigen länglichen Grundriß. Eine besondere Eigenschaft der Region Marche ist, daß man vom Meer leicht die zahlreichen "hoch gelegenen Orte" erreichen kann, die, wie Terrassen, strategisch über die Küste zerstreut sind. Es sind die alten historischen Ortskerne, von denen dann die "Meerzentren" entstanden sind. Manchmal haben sie ihre Wurzeln in der alten Pizenerkultur und sind durch alte Aussichtstürme gekennzeichnet, die als Verteidigung gegen die Sarazenen erbaut wurden.
Dies ist der Fall bei Gabicce Monte, das alte Castellum Ligabitii, bei Fiorenzuola di Focara (der Name erinnert an die Leuchtfeuer, die für die Seeleute angezündet wurden); von den Schlössern von Pesaro wie Trebbiantico, Novilara (eins der wichtigsten Wohnsiedlungen der alten Pizenerkultur) und Candelara (in einem Mauergürtel eingeschlossen). In der Provinz Ancona treten Falconara Alta, Verteidigungs-Castrum von Falconara Marittima, und die Schlösser von Montemarciano und Numana, ein alter pizenischer Hafen, hervor. Ein typisches Beispiel für die Beziehung zwischen Küstenort und "hoch gelegener Ort" ist Civitanova Marche und Civitanova Alta. Weiter südlich ist Porto S. Giorgio, das alte Navale Firmanorum, bestehend aus einem hoch gelegenen Teil (der Ortsteil Castello und die Burg, deren Umrisse im Porto S. Giorgio-Polyptichon von Carlo Crivelli zu sehen sind),und auf der anderen Seite der Staatsstraße, der Küstenstadt. Wenige Kilometer davon entfernt befindet sich Torre di Palme, ein auf einer Klippe verschanztes, auf dem Meer hinausragendes Schloß, der noch Turm (Torre) heißt, und der dadurch heute noch seine Aussichtsfunktion verrät. Der Dialog zwischen Meer und Erde entfaltet sich, perfekt und vollkommen, auch in drei Zentren im äußersten südlichen Teil der marchigianischen Küste:

Cupra Marittima mit Marano, Grottammare mit Grottammare Alta und San Benedetto del Tronto. In alten Zeiten reisten von den marchigianischen Häfen Schiffe ab, deren Reiseziele in weiter Ferne lagen, und aus diesem Grund wurde diese Region vom bekannten Experten für mittelalterliche Geschichte J. Le Goff als "eine wahre Brücke zum Orient" bezeichnet. Eine große Veränderung für Wirtschaft und Städtebau im Rahmen der marchigianischen Küste hat im Laufe des 17. Jahrhunderts stattgefunden, als die Bewohner der Hügelortschaften in der Nähe des Meeres begannen, ihre Familien entlang der breiten Strände umzusiedeln, aufgrund der Entwicklung der Hochsee-Fischerei. Heute noch beliefern die Fischerei-Flotten von S. Benedetto del Tronto, Civitanova Marche, Ancona, Senigallia und Fano die italienischen Märkte mit Fisch und praktizieren die Ozean-Fischerei, auf offener See vor den afrikanischen Küsten.

Die Region Marche kann einen Badetourismus bieten, der sehr dafür geeignet und offen ist, das Innenland kennen zulernen und zu genießen, der das Meer mit den Naturschönheiten verbindet (wie im Fall vom Regionalpark Monte San Bartolo und Monte Conero), der eindrucksvolle Reiserouten in die "hoch gelegenen Orten" oder in die Zentren des Innenlandes, zur Entdeckung des reichen kunstgeschichtlichen Erbguts, vorschlägt. 

Die Vielförmigkeit der Landschaft ist sicher eines der "Geheimnisse", die den Grund der verschiedenartigen Angebote bilden, die die Marken dem Urlauber anbieten. Hier ist der Familienurlaub sehr gut mit dem Jugendurlaub integriert, dank der Anwesenheit von aufnahmefähigen Gaststrukturen, die Services für jeden Bedarf bieten können. Die Tatsache, dass die marchigianischen Badeorte nicht die Hauptreiseziele des Massentourismus sind, ist sicher eines der Vorteile dieser Region, die weiterhin menschenfreundliche und erlebbare Realitäten bietet, wo auf fast intakter Weise die außerordentlichen natürlichen Gaben des Landes erhalten worden sind.