Wein

Allein der Wein ist schon Grund genug, die Marken zu bereisen. Der Weinanbau hat in dieser Gegend im letzten Jahrzehnt eine kleine Renaissance erlebt, weg von der Quantität, hin zur Qualität.

Wurde früher nur ein schlichtes Massengetränk produziert, so kann die Gegend sich heute rühmen, einige vini da meditazione herzustellen, Weine, die so gut sind, dass sie mit Andacht getrunken werden sollten.Diese Spitzenweine sind nicht billig und kosten hier oft genauso viel wie bei uns zu Hause. Man findet aber auch exzellente Weine zu exzellent niedrigen Preisen.

Spaß macht es aber nicht nur, maßvoll an illustren Jahrgängen zu nippen, sondern auch ausgiebig den jungen lokalen Wein zu genießen. Diese noch nicht gelagerten und ausgegorenen Weine verändern sich schon stark bei bloßem Mondwechsel und überstehen knapp den Transport vom Keller auf den Tisch (geschweige denn eine lange Heimreise in den Norden), doch haben sie oft einen ganz ausgeprägten Charakter und einen fairen Preis. Meistens machen Sie nichts falsch, wenn Sie sich an den Hauswein, den "vino delle casa" halten.

Weißweine

Der Stolz der Marken ist der Verdicchio, der aus der dort angebauten Traube desselben Namens gemacht wird. Dieser grünliche Wein mit charakteristischem, etwas bitteren Abgang paßt gut zu den regionalen Fischgerichten. Wie der Orvieto so gehört auch der Verdicchio zu den bekanntesten italienischen Weißweinen.Er hat einen langen Weg zurückgelegt vom Verdicchio von vor zwanzig Jahren, der sich zwar gut verkaufte, was die Qualität anging aber nur mittelmäßig war.

Die zwei DOC-Verdicchio (das ist das offizielle italienische Äquivalent zur französischen Appellation Controllèe) sind der Verdicchio di Castelli di Jesi und der Verdicchio di Matelica. Die anderen DOC-Weißweine der Marken sind der Bianchello del Metauro, der Colli Pesaresi Bianco aus den Nordmarken, der Esino Bianco und der Colli Maceratesi aus den mittleren Marken und der Falerio aus dem Süden.

Rotweine

Weltbekannt sind die Marken für ihre Weißweine, doch es werden hier auch einige hervorragende Rotweine produziert. Rund um die Conero-Halbinsel wird der Rosso Conero hergestellt, der aus der Montepulciano-Traube gewonnen wird. Er ist gehaltvoll und aromatisch und reift nicht selten zu einem großen Wein heran.

Für den Rosso Piceno und den noch edleren Rosso Piceno Superiore aus den Südmarken werden Montepulciano-Trauben und Sangiovese gemischt. Eine funkelnde rote Besonderheit ist der Vernaccia di Serrapetrona, normalerweise ein süßer Dessertwein, aber auch in einer trockeneren secco Version erhältlich.

Die Marken und der Wein

Die Weinrebe ist eine der typischsten Pflanzen Italiens. Sie findet auf den sich aneinanderreihenden, sanft geschwungenen, sonnigen Hügeln der Marken wunderbare Lebensbedingungen für die Produktion der roten Trauben.

In den Monaten September und Oktober stehen die Trauben in voller Reife und die Bauern sammeln sie ein: die Weinernte beginnt.

Die Trauben werden schnell in die Cantina (Kellerei) gebracht, wo die Beeren schonend vom Traubenkamm (Grüner Teil der Traube ohne Beeren) entfernt und anschließend gepresst werden.

Nach einer etwa 10-tägigen Fermentierungsperiode wird ein Abstich vorgenommen, um den Saft von den Schalen und Kernen zu trennen.

Der Most fermentiert dann langsam weiter und entwickelt nach und nach einen angenehmen Geschmack und eine brillante rubinrote Farbe.... am Martinstag (11. November) ist dann aus dem Most Wein geworden! Die besten Weine lagern dann noch in einem Alterungsprozess für zwei Jahre in Eichenfässern (bei gleichmäßiger Temperatur), damit sie ihre Qualität verfeinern können, um die Freunde des guten Weines noch für Jahre erfreuen zu können.

Aus Dokumenten, die im Rathaus von Montalto delle Marche bewahrt werden, geht hervor, dass schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Firma Geminiani einer der größten Weinproduzenten der Region war.

Die Leidenschaft für die Kultivierung der Weinrebe und ihrer Transformation von Traube in Wein wird mit viel Liebe von Vater an Sohn weitergegeben.